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Anzeichen für einen Befall

Wer keine lebenden Bettwanzen gefunden hat, aber trotzdem Stiche oder aus anderen Gründen den Verdacht auf diese Blutsauger hat, kann nach weiteren Merkmalen Ausschau halten. Dazu beginnt man die Suche am besten am und unter dem Bett. Klassisch dort, wo die Tiere sich bis zur nächsten Mahlzeit verstecken. Hat man am Bett nichts gefunden, sind die Bereiche, die untersucht werden können, im Schlafzimmer etwas weiter zu ziehen: etwa Kommoden, die direkt neben dem Bett stehen, oder ein vorhandenes Kopfteil. Ebenfalls versteckt sein können Bettwanzen in häufig genutzten Möbeln wie der Wohnzimmercouch oder dem Fernsehsessel. Wird man dort überall nicht fündig, ist die Chance, Bettwanzen zu haben, schon sehr gering. So lange Platz ist, verstecken sich die Bettwanzen erst einmal möglichst nah am Wirt. Bezüglich der Nahrungsaufnahme sind die Insekten genauso bequem wie wir. Bevorzugt wird alles in Reichweite und sie frühstücken gerne im Bett.

Eier

Die Eier von Bettwanzen sind klein (etwas mehr als 1mm lang), zylindrisch mit einem abgerundeten Ende und einem Deckelchen an der anderen Seite. Mit einer Lupe lassen sich bereits geschlüpfte Eier von ungeschlüpften Eiern unterscheiden. Im Vergleich zu der leeren, durchscheinenden Eihülle (wirken eher gräulich) haben Eier, in denen sich eine Larve entwickelt, einen perlartigen, weißlichen Farbton. Zum Ende der Entwicklung ist von außen bereits der Augenfleck der jungen Bettwanze zu erkennen. Außerdem haben reifende Eier einen geschlossenen Deckel, der bei geschlüpften Eiern fehlt.

Abgeworfene Häutungsreste

Je nachdem wie gut erhalten die Häutungsreste sind, sehen diese wie eine Bettwanze aus. Mit allen Beinen und Kopf, nur im Rücken aufgeplatzt. Die Farbe ist im Vergleich zu den lebenden Tieren sehr hell. Im Grundton bräunlich bis ockergelb. Hat man diese so genannten Exuvien gefunden, ist dies ein erster Anhaltspunkt, dass man zumindest mit Bettwanzen in Kontakt gekommen ist. Aber aufgepasst, diese abgeworfenen Hüllen können auch von anderen Insekten stammen, wenn man in der Identifizierung nicht sicher ist.

Ob bei Häutungsresten von Bettwanzen aber ein noch aktiver Befall vorliegt, ist nicht eindeutig bewiesen. Wenn aber keine umfassende Bekämpfung durchgeführt worden ist, werden die geschlüpften Insekten allerdings nicht von selbst verschwunden sein.

Kotflecken

Die Bettwanzen produzieren dunklen, wässrigen Kot direkt nach der Blutmahlzeit. Die dann später eingetrockneten Kotflecken sind Hinweise auf einen Bettwanzenbefall. Schwarze, ein bisschen an Tinte erinnernde Flecken auf Bettwäsche, am Bettrahmen und an anderen Verstecken (z.B. hinter Steckdosen) verraten die Blutsauger.

Allerdings werden sehr ähnliche Punkte z.B. auch von Spinnen, Fliegen oder Schaben hinterlassen. Um diese zu unterscheiden, ist der Ort, an dem man diese Punkte findet, ein wichtiger Hinweis. Punkte an Wänden, Decken oder auch in Lampenschalen werden eher von Fliegen verursacht. Der Gesamteindruck im Zimmer ist maßgebend.

Die Kotflecken können in der Farbe von tiefschwarz bis bräunlich variieren. Dies hängt ab von der Zusammensetzung aus verdautem Blut und Harnsäure. Zusätzlich wird das Aussehen von der Saugfähigkeit des Untergrundes beeinflusst. Kot, der auf ein saugfähiges Bettlacken abgesondert wurde, sieht aus wie dunkle Tinte aus einem Filzschreiber. Wird ein solcher Tropfen hingegen auf einem nicht saugfähigen Material abgesetzt, wie z.B. beschichtete Hölzer, so trocknet der Kot zu einer dunklen, unregelmäßigen Masse und kann auch eine leichte Erhebung auf dem Untergrund bilden.

Bisse

Die Bettwanzen saugen an freiliegenden Hautstellen, wobei sie oft gar nicht auf dem Mensch herumklettern. Manchmal laufen sie einfach auf der Bekleidung an der erreichbaren Haut entlang auf der Suche nach einer geeigneten Stelle. Dadurch können Einstiche entstehen, die in einer Linie liegen. Optisch ähnlich können aber auch Stiche von Mücken aussehen, die etwa entlang von Ärmelbündchen mehrere Male angesetzt haben.

Das Aussehen und die Anordnung der Bisse ist niemals ein ausschließliches Bestimmungsmerkmal für einen Bettwanzenbefall. Ein Besuch beim Hautarzt und eine dort geäußerte Meinung kann also kein Ersatz für eine fachkundige Bestimmung der Insekten und Untersuchung der Wohnung sein. Andere Blut saugende Insekten wie Mücken, Flöhe und Läuse können ganz ähnlich aussehende Stiche hinterlassen. Genauso gilt das für Hautreaktionen bei Milbenbefall (z.B. Krätzmilbe / Scabies) oder bei allergischen Reaktionen auf irgendwelche anderen Stoffe wie z.B. Reinigungsmittel und Haushaltschemikalien.

Die jeweilige Ausprägung von Rötungen und Schwellungen nach Bettwanzenbissen ist nicht charakteristisch und so unterschiedlich, wie es individuelle Menschen gibt. Es gibt Personen, die überhaupt keine Hautveränderungen bei Bettwanzenbissen zeigen. In sehr seltenen Fällen wurden ernste systemische Reaktionen, vergleichbar einem anaphylaktischen Schock, festgestellt.

Eine Hautreaktion nach einem Bettwanzenbiss kann bis zu zwei Wochen verzögert auftreten, besonders dann, wenn der Gebissene zum ersten Mal Kontakt mit Bettwanzen hatte. Häufig bilden sich beim Menschen erst Antikörper, die dann bei Kontakt mit den Antigenen eine Hautveränderung hervorrufen. Somit ist es etwa bei Reisetätigkeit mitunter schwierig, genau festzulegen, wann und wo jemand gebissen wurde. Dies kann zu der falschen Einschätzung führen, man hätte Bettwanzen mitgebracht, weil man glaubt, zu Hause gebissen worden zu sein.

Gewöhnlich saugen Bettwanzen in der Nacht. In ihrem Verhalten sind sie jedoch hoch anpassungsfähig und richten sich in ihrer Aktivität nach den Gepflogenheiten ihres Wirtes. Stühle und Sofas werden befallen, wenn diese tagsüber lange Zeit genutzt werden. Dies finden wir etwa in Kinos, Flugzeugen, in Gemeinschaftseinrichtungen und klassisch im Wohnzimmer etwa beim Fernsehsessel. In den meisten der vorgenannten Situationen sind die Bettwanzen darauf angewiesen, dann zu fressen, wenn ein Mensch anwesend ist.

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